Zitronen
Roman | Ein sprachgewaltiges Buch über das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom
von Valerie Fritsch
August Drach wächst in einem Haus am Dorfrand auf, das Hölle und Paradies zugleich ist. Der Vater, von sich und dem Leben enttäuscht, misshandelt seinen Sohn, Zärtlichkeit hat er nur für die Hunde übrig. Trost findet August bei seiner Mutter, die ihn liebevoll umsorgt. Doch als der Vater die Familie verlässt, verwandelt sich die Zuwendung der Mutter: Sie mischt August heimlich Medikamente ins Essen, schwächt das Kind, macht es krank; von seiner Pflege verspricht sie sich Aufmerksamkeit und Bewunderung. Erst Jahre später gelingt es August, sich aus den Fängen der Mutter zu befreien, ein unabhängiges Leben zu führen, erste Liebe zu erfahren. Doch wie lernt ein erwachsener Mensch, das Rätsel einer Kindheit zu lösen, in der Grausamkeit und Liebe untrennbar zusammengehören? Wie durchbricht er den Kreislauf von Lügen und Betrügen? Und was passiert, wenn sich dieser Mensch, Jahre später, an den Ursprung des Schmerzes zurückwagt? Sprachgewaltig, in packenden Bildern und Episoden erzählt Valerie Fritsch in ihrem neuen Roman von der Ungeheuerlichkeit einer Liebe, die hilflos und schwach macht, die den anderen in mentaler und körperlicher Abhängigkeit hält. Ein Entkommen ist nicht vorgesehen, es sei denn um den Preis, selbst schuldig zu werden.
Hardcover
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ISBN: 978-3-518-43172-6
Verlag: Suhrkamp (Hauptverlag)
Veröffentlicht: 12.02.2024
Auflage: 2. Auflage
Seiten: 186 Seiten
Höhe: 21.00 cm
Breite: 13.00 cm
Gewicht: 313.00 gr
Sprache: Deutsch
Autorenporträt
Valerie Fritsch, geboren 1989, arbeitet als freie Autorin und bereist die Welt. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2015 wurde sie mit dem Kelag-Preis und dem Publikumspreis ausgezeichnet. 2020 erhielt sie den Brüder-Grimm-Preis für Literatur. Sie lebt in Graz und Wien.
Rezension
  • » ist ein Buch über Gewalt, jedoch noch mehr eines über die Ohnmacht, die Menschen durch Ereignisse wie Verlust und Veränderung erleben. ... Gewalt also, erzählt uns Valerie Fritsch bildgewaltig, klug, verstörend und subtil, ist eine Schwäche, die nur mit Macht und Stärke verwechselt wird.«
  • »[Der Roman] ist sorgfältig komponiert ... Wie Fritsch die Beziehungen und Innenwelten ihrer Figuren entfaltet, ... ruft Assoziationen an die Bilder von Hieronymus Bosch auf.«
  • »Fritsch entwickelt in ihrem neuen Roman ... eine Geschichte, die in ihrer Radikalität bemerkenswert ist.«
  • »Es ist eine dichte, mikrodistanzierte Prosa in dunkelmelodiösem Duktus, die Valerie Fritsch in ihrem vierten Roman ... zu Papier gebracht hat. Die Sentenzen sind durchwoben von ausgefeilten Formulierungen.«
  • »Valerie Fritsch beweist, dass Literatur erst dann groß wird, wenn eine Autorin sich auf ihre Sprache verlassen kann.«
  • »Die Schriftstellerin knüpft auf den 180 Seiten ein dichtes, belastbares Gewebe. Sie findet dazu auch eine Sprache, die von starken Bildern lebt, ohne dabei je hier ins Selbstverliebte oder dort ins Kitschige abzurutschen, kurzum: eine Empfehlung.«
  • »In steht neben der Macht der Lüge und der Last der Mitwisserschaft die Transformation von Gewalterfahrung in Gewaltausübung im Mittelpunkt, nie tritt das Böse in reiner Form auf. Wieder beobachtet die Erzählinstanz die Geschehnisse genau und mit stupendem Einfühlungsvermögen, ohne zu werten, wieder beschreibt sie diese mit berückender sinnlicher und bildhafter Opulenz ...«
  • »... eine emotionale Dystopie und eine intensive Beschäftigung mit den unzähligen Spielarten von Gewalt.«
  • »Das Buch ist ein emotionales Wechselbad, eine Gratwanderung zwischen Brutalität, Zärtlichkeit und krankhaften psychischen Irrungen. Ein bedrückender Roman, der die Abgründe der menschlichen Seele beleuchtet ...«
  • »Ein stilistisch brillanter Roman ...«
  • »Es ist ein Roman als großartiges Gesamtkunstwerk von Sprache, Mensch- und Weltsicht.«
Verschlagwortung
Hardcover; Softcover; Deutsche Literatur; Belletristik; Österreich; allgemein und literarisch; Themen; Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945); Italien; Stoffe; Mord; Verbrechen; Moderne und zeitgenössische Belletristik; Familienleben; Motive; Trauma; Seelenleben; Peter Handke; Schuld; Häusliche Gewalt; PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNGEN; Mutter-Sohn-Beziehung; Kindesmisshandlung; Kindheitstrauma; entspannen; PSYCHISCHE GESUNDHEIT; Psychische Krankheiten; Heranwachsen; mental health; mentale Gesundheit; neuerscheinungen; Josef Winkler; neues Buch; bücher neuerscheinungen; Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom; Münchhausen-by-proxy-Syndrom; Gesundheit & Krankheit; In Bezug auf Neun- bis Zwölfjährige; aktuelles Buch; Gypsy Rose Blanchard; toxische mütter; ca. 2000 bis ca. 2009; ca. 1990 bis ca. 1999; ca. 2010 bis ca. 2019; Herzklappen von Johnson & Johnson